
①Einlauf, Schneckenhebewerk ②Sand- und Fettfang ③Vorklärbecken ④Rechengebäude ⑤Gasbehälter ⑥Faultürme ⑦Betriebsgebäude ⑧Maschinenhaus mit Blockheizkraftwerken, Werkstätten, Kammerfilterpresse ⑨Klärschlammzwischenlager ①⓪Faulschlamm- und Filtratwasserspeicher ①①Belebungsbecken ①②Nachklärbecken ①③Schönungsteich
Umfang der Zweckverbandsanlagen
Zu den Anlagen des Zweckverbandes gehören neben dem Klärwerk in Theuern auch der Krumbachtal- und Vilstalsammler mit zirka 18 Kilometern Länge sowie 21 Regenüberlaufbecken.
Der Vilstalsammler endet bei der Stadtbrille in Amberg beziehungsweise beim RÜB neben der Justizvollzugsanstalt. Der Krumbachtalsammler erstreckt sich bis zum Industriegebiet Immenstetten.
Allgemeine Beschreibung und Begriffserklärung
Das Klärwerk Amberg-Kümmersbruck ist eine mechanisch-biologisch-chemische Abwasserreinigungsanlage. Es ist entsprechend den heutigen Anforderungen an die Reinigungsleistung von Kläranlagen in der Lage, das Abwasser von 170 000 Einwohnern beziehungsweise Einwohnergleichwerten zu reinigen. Dies entspricht einem täglichen Abwasseranfall von rund 30 000 m3 und einem Spitzenzufluss bei Trockenwetter von 600 I/s. Die Verschmutzung des Abwassers kann man grundsätzlich in zwei Gruppen einteilen: ungelöste und gelöste Stoffe. Die ungelösten Stoffe lassen sich durch Absetz- und Filtrationsvorgänge aus dem Abwasser entfernen. Gelöste Stoffe müssen mittels Bakterien – dies bezeichnet man als biologische Reinigung – oder durch chemische Verfahren beseitigt werden. Um den Verschmutzungsgrad von Abwasser angeben zu können, hat man verschiedene Parameter eingeführt, die bestimmt werden können: Die bekanntesten sind BSB5 (Biologischer Sauerstoffbedarf in fünf Tagen), CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf) und NH4 (Ammonium). Das Abwasser wird beim Durchlaufen der Kläranlage bezüglich der Abwasserinhaltsstoffe zu über 95 % gereinigt.
Das gereinigte Abwasser wird der Vils zugeleitet. Der bei der Abwasserbehandlung anfallende Schlamm wird anaerob ausgefault, entwässert und zwischengelagert, bis er stofflich verwertet wird.
Gebäude
Neben dem Aufenthaltsraum und den Sanitärräumen für das Betriebspersonal sind im Betriebsgebäude das Labor und die zentrale Schaltwarte mit der EDV-Anlage untergebracht.
Labor
An die Reinigung kommunaler Abwässer werden höchste Anforderungen gestellt. Um diese erfüllen zu können, ist eine konsequente Überwachung der Reinigungsprozesse wie auch der Prozessbedingungen und darüber hinaus der Reststoffentsorgung erforderlich. Hierzu verfügt das Klärwerk über ein eigenes Labor, das mit den erforderlichen Analysegeräten ausgestattet ist und die erforderlichen Messungen zeitnah durchführen kann. Damit ist gewährleistet, dass Unregelmäßig-keiten schnell erkannt und beseitigt werden können. Ferner werden die Qualität der Abwasserbehandlung und die Einhaltung der gesetzlich geforderten Grenzwerte überwacht und dokumentiert.
Zentrale Schaltwarte
Von der zentralen Schaltwarte aus kann der gesamte Klärwerksbetrieb überwacht und gesteuert werden. Die Betriebszustände der wichtigsten Antriebsaggregate werden auf einem Mosaikschaltbild — als Gesamtübersicht — angezeigt. Parallel dazu werden die Betriebszustände der Maschinen in einzelnen Prozessbildern auf Farbbildschirmen (Prozessvisualisierung) dargestellt. Zusätzlich werden hier auch die aktuellen Messwerte signalisiert. Das Zu- beziehungsweise Abschalten der verschiedenen Antriebsaggregate ist mit Hilfe der Bildschirmbedienung möglich. Ferner können von hier aus auch bestimmte Sollwerte einzelner Regelkreise verändert werden. Als weitere Aufgabe werden von der EDV-Anlage sämtliche im Klärwerk durch Messung bestimmte Werte registriert und für die Ausgabe in Form von Tages-, Monats- und Jahresprotokollen aufbereitet. Betriebs- und Störprotokolle sowie Wertungsprotokolle werden automatisch erstellt und ausgedruckt.
Steuer-, Mess- und Regeltechnik
Die Steuerung der Antriebsaggregate der einzelnen Verfahrensstufen erfolgt von dezentralen autonomen Unterverteilungen, die mit speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) ausgerüstet sind. Die von den SPS aufgenommenen Prozessdaten werden zur zentralen Schaltwarte im Betriebsgebäude weitergeleitet. Dort werden die Daten von der EDV-Anlage erfasst und aufbereitet.