Schlammbehandlung

Bei der mechanischen und biologischen Abwasserreinigung fallen bis zu 250 m3 Rohschlamm pro Tag an. Dieser Schlamm besitzt neben einem sehr hohen Wassergehalt (zirka 96 Prozent) auch einen großen Anteil an organischer Substanz. Dies bedeutet, dass dieser Schlamm ohne Weiterbehandlung in kurzer Zeit in saure Gärung überginge, was zu erheblichen Geruchsemissionen führen würde.

Schlammfaulung

Die Aufgabe der beiden geschlossenen, beheizten Faulbehälter ist es, den im Vorklärbecken und der Überschussschlammeindickung voreingedickten Rohschlamm in anaerobem Milieu, das heißt ohne Sauerstoff, mit Hilfe von Methanbakterien auszufaulen. Damit dort eine gute Vermischung mit dem bereits ausgefaulten Schlamm stattfindet, sind in beiden Behältern Faulschlammmischer vorhanden.

Der Schlamm ist nach spätestens 30 - 35 Tagen ausgefault. Beim Faulprozess entstehen Kohlendioxid, Methangas und Wasser. Das Methangas wird zur Stromerzeugung mittels Gasmotoren verwendet. Das anfallende Faulwasser muss zur weiteren Behandlung zurück in den Kläranlagenkreislauf geführt werden.

 

Der ausgefaulte Schlamm wird in den offenen Schlammstapelbehälter oder zur maschinellen Schlammentwässerung (Kammerfilterpresse) abgelassen.

Schlammentwässerung

Der ausgefaulte Schlamm hat einen Feststoffgehalt von 3 - 4 % bzw. einen Wasseranteil von 96 – 97 %. Um diese große Menge an Wasser zu reduzieren, wird der Faulschlamm entwässert. Hierzu werden dem Schlamm Polymere zugemischt, um eine Flockenbildung zu erreichen und damit die Entwässerbarkeit zu verbessern. Der vorbehandelte Schlamm wird dann mit einer Hochdruckpumpe in eine Kammerfilterpresse gepumpt. Hier wird der Schlamm unter hohem Druck zusammengepresst, wodurch das Wasser abgetrennt wird. Der Wassergehalt des Faulschlammes liegt nach der Entwässerung bei zirka 75 - 80 %.

Der in der Kammerfilterpresse entwässerte Schlamm wird beim Öffnen der Presse in den Schlammbunker abgeworfen, von dort über einen Trogketten- und Steilförderer zur Schlammlagerhalle gefördert. Dort wird er bis zur endgültigen Verwertung zwischengelagert. Das abgetrennte Wasser (Filtrat) wird wegen seiner relativ hohen Belastung wieder der Abwasserreinigung zugegeben.