Verarbeitung
Mechanischer Teil
Bei der mechanischen Abwasserreinigung sollen die ungelösten Stoffe durch mechanisch-physikalische Vorgänge aus dem Abwasser entfernt werden. Die bekanntesten mechanischen Reinigungsverfahren sind das Zurückhalten sperriger Schwimmstoffe durch Rechen und die Beseitigung von mineralischen und anderen ungelösten Stoffen durch Absetzvorgänge. Der mechanische Teil des Klärwerks umfasst folgende Bauteile:

Einlaufhebewerk
Im Einlaufhebewerk wird mit Hilfe von Schneckenpumpen das ankommende Abwasser (Q max = 4320 m3/h) auf das Kläranlagenniveau gehoben.
Rechenanlage
In der Rechenanlage werden mit Hilfe eines selbsttätig arbeitenden Feinstrechens die Grobstoffe wie Papier, Kunststofffolie und sonstige Hygieneartikel zurückgehalten, um die nachfolgenden Maschinen vor Beschädigungen zu schützen. Organische Verunreinigungen wie Speisereste oder Fäkalien werden in der nachgeschalteten Rechengutwaschpresse ausgewaschen und dem Abwasserstrom wieder zugeführt. Das verbleibende Rechengut wird entwässert und in einen Container abgeworfen. Das Rechengut wird einer thermischen Verwertung zugeführt.
Belüfteter Sandfang mit Öl- und Fettabscheidung
Im Sandfang wird durch eine Verringerung der Fließgeschwindigkeit ein Absetzen von Sand und anderen mineralischen Stoffen erreicht. Gleichzeitig wird durch ein Eintragen von Luft das Abwasser aufgefrischt. Als Nebeneffekt werden im Abwasser enthaltene Fettstoffe und Öle abgeschieden. Der abgesetzte Sand wird durch Druckluftheber in eine Sandwaschanlage gefördert; dort werden die organischen Bestandteile abgetrennt. Der gereinigte Sand kann als Baustoff im Straßenbau eingesetzt werden. Das abgetrennte Fett wird der Schlammfaulung zugeführt und hier zur Gasgewinnung genutzt.
Messstation - Zulaufmessung
Die Messstation beinhaltet neben pH- und Temperaturmessung eine Durchflussmessung und ein mengen-propor-tionales Probeentnahmegerät.
Vorklärbecken
Im Vorklärbecken setzen sich, bedingt durch eine Querschnittsaufweitung und die damit verbundene Reduzierung der Fließgeschwindigkeit, die ungelösten Stoffe in Form von Primärschlamm am Beckenboden ab. Mit Hilfe eines Räumers wird der Schlamm in den Schlammtrichter geschoben, eingedickt und über Druckluftheber und pneumatisch gesteuerte Schieber in den Rohschlammpumpenschacht abgezogen. Das mechanisch gereinigte Abwasser wird anschließend über ein Zwischenpumpwerk dem biologischen Teil der Kläranlage zugeleitet.